Sie träumt mit dem Pinsel über das
Papier - und ist doch hellwach. Sie
ist hoch konzentriert - und schöpft doch
aus der reinen Intuition: Ute Spingler
malt. Sie hört die Musik, sie sieht das Paar
an sich vorbeiziehen. Und doch sieht und
hört sie nichts, denn die Hamburgerin hat
einen Pakt gegen die Zeit geschlossen.
Jede Sekunde zählt. In knapp drei Minuten
ist alles vorbei.
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Viel Zeit hat sie nicht. Drei, maximal fünf
Minuten dauert ein Tango. Er ist ein trauriger
Gedanke, den man tanzen kann – so hat es
einmal der argentinische Poet und Komponist
Enrique Santos Discépolo formuliert.
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Immer mehr Veranstalter von Tango-Bällen
und -Festivals laden Ute Spingler ein, auf ihrer Veranstaltung zu malen und auszustellen.
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Für Ute Spingler ist der Tango Argentino
nicht nur ein gefühlvoller Tanz. Er ist auch eine
künstlerische Herausforderung.
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Jetzt ging die gebürtige Bremerin auf der Englandfähre "Duchess of Scandinavia" auf Motivsuche - und wurde im Nachtclub "Columbus" fündig.
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"Tango ist die Möglichkeit, einen traurigen Gedanken zu tanzen." So definiert die Hamburger Tango-Malerin Ute Spingler den Tanz, dem sie ihr künstlerisches Können widmet. Und sie fügt hinzu: "Tango ist aber noch viel mehr. Er ist ein geheimnisvoller Tanz voller Leidenschaft, und Einfühlsamkeit, Tango bedeutet für mich: Glut unter der Asche."
An beiden Tagen (des Lüneburger Tangofestivals, red) wird die Malerin bei den Tänzern sein und und mit Pinsel und Farbe das Unmögliche möglich machen: Die Dynamik der Tänzer auf das Papier zu bannen. Dabei dürfen Besucher der Künstlerin über die Schulter schauen.
Erschienen am 11. Oktober 2003

Ute Spingler



